Lissabon, die Stadt die am Rand von Europa fast ins Meer fällt, muss man einmal besucht haben.
Wer nicht gesehen hat, wie die Portugiesen ihre Stadt nach dem großen Erdbeben von 1755 praktisch vollständig neue errichtet haben, der hat etwas verpasst. Die Stadt scheint wie aus einem Guss zu sein, weil sie in einigen Jahren neu gebaut wurde. Eine Stadt, die die schöne chaotische Atmospäre des Südens verströmt und doch die Ordnung und Ruhe einer norddeutschen Stadt besitzt. Nach dem Beben war in Europa nichts mehr wie es vorher war. Das Beben hatte nicht nur mehrer Städte, vor allem aber Lissabon verwüstet, der nachfolgende Tsunami war auch in Südengland und bis in die Karibik für Überschwemmungen verantwortlich. Aber auch neue Gedanken der Aufklärung wurden ins Bewusstsein der Menschen gespült: Kann es denn einen Gott geben, wenn er so etwas zulässt?
Über all dies und noch mehr lässt sich am Besten in der schönen Herbssonne bei einer gebutterten Torrada, einem Toast und einem Galao, dem portugiesischen Milchkaffee nachdenken. Eine Dosis Koffein kostet hier nicht mehr als einen Euro…
Oder soll es ein Gebäck mehr sein?
Die pastéis de nata, Vanillecremetörtchen in Blätterteig, sind das Haus- und Magengebäck der Lissabonner. Frisch aus dem Ofen schmecken sie am besten – vor allem aus dem Ofen der Fábrica dos Pastéis de Belém, einer Konditorei im Stadtteil Belém. Hier werden die Törtchen seit 1837 nach einem Mönchsrezept hergestellt. Zimt und Puderzucker drüber, den noch warmen Puddingkuchen verputzen – und gleich noch einen bestellen.
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Lissabons schönsten Sonnenuntergang sehen Sie von der Hafeneinfahrt aus: Gute Aussicht hat man von einer der vielen Cocktailbars am Tejo. Die oft rundum verglasten Bars geben den Blick frei auf Schiffe und die Docks am Flussufer. In den Liegestuhl sacken und bei Caipirinha oder Mojito beobachten, wie die Hafenarbeiter mit ihren riesigen Kränen Container von den Frachtern laden. Und wenn die Sonne fast am Horizont verschwindet: zur Brücke des 25. April schauen – und geniessen!
Vom belebten Aussichtspunkt Miradouro da Graça mit seinem Terrassencafé und dem eher beschaulichen Miradouro Nossa Senhora do Monte schaut man auf das rote Dächermeer um die Burg Castelo de São Jorge, die Unterstadt Baixa und die gegenüberliegende Oberstadt Bairro Alto. Das Hügelsystem der Stadt und seine verschiedenen Blick-Perspektiven bescheren beim Spaziergang durch die Stadt alle paar Meter neue wunderschöne Ausblicke. Aber man muss nicht immer zu Fuß gehen: Die historischen Tramwagen der Linie 28 sind ein Muss. Mit ihnen kann man einmal durch das Ganze Zentrum gondeln, in engen Kehren windet sich die Bahn hügelauf und hügelab, man wird gut durchgeschüttelt, sollte aber auf seine Geldbörse acht geben!
Morgens Museum, nachmittags Wellenreiten oder Beach-Volleyball: Stadt und Strand zu kombinieren ist in Lissabon einfacher als in anderen europäischen Metropolen. Am schnellsten geht es per S-Bahn ab dem Bahnhof Cais do Sodré an die Strände der Linha de Cascais, zum Beispiel nach Carcavelos.
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